EGLIBAUMPROJEKT THUNERSEE

Der Thunersee ist von Natur aus ein strukturarmes Gewässer. Hinzu kommt, dass die Uferzonen grösstenteils verbaut sind. Fischarten wie Egli, Rotaugen oder andere Fischarten laichen in flachen Zonen und sind auf solche Strukturen angewiesen. Wir versenken ingesamt 1’5000 ausgediente Weihnachtsbäume am Thunerseegrund, damit Laichplätze und Rückzugsgebiete für Fische entstehen. Mit dem zusätzlichen Totholz soll diesem Ungleichgewicht entgegen gewirkt werden.

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Immer weniger Laichplätze

Durch die starke Nutzung der Uferzone (Verbauungen, Uferweg, Badegäste etc.) haben Fischen wie Egli, Hecht, Rotauge und Rotfedern immer weniger Wasserpflanzen oder Totholz, um ihren Lauch an diese anzuheften.

Gewässeraufwertungen

Das neu erschienene Buch „Fischer schaffen Lebensraum“ vom Schweizerischen Fischereiverband beschreibt, wie Vereine den Lebensraum in Gewässern mit gezielten Massnahmen aufwerten können. Dabei sichert der Bernische Kantonale Fischereiverband seinen Mitgliedern volle Unterstützung zu.

Totholz

In Zusammenarbeit mit derFischereiverein.ch haben wir nicht mehr benutzte Weihnachtsbäume eingesammelt , gelagert und vor der Laichzeit der Egli an geeigneten Standorten am Seegrund des Thunersees verankert.

Ablauf

Die ausgedienten Weihnachtbäume werden eingesammelt und für mindestens zwei MOnate im Trockenen zwischengelagert. In dieser Zeit werden die Bäume nach und nach an Kalksandsteinen befestigt, um später die geeignete Verankerung am Seegrund sicherzustellen.

Standorte

Jeweils zwischen Februar und März werden die Tannenbäume an den drei vom Fischereiinspektorrat definierten Standorten eingesetzt. Diese haben sich aus verschiedenen Gründen als sinnvoll erwiesen:

 

  • Unterwasserstruktur und Wasserpflanzen
  • Ausser Reichweiten von Berufsfischernezten & der Schifffahrt BLS
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Du würdest gerne mehr über das Projekt erfahren?

Hier gelangst du zum Abschlussbericht (Petri Heil, Ausgabe 11/2021)

pilotprojekt pachtgewässer

 Im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung des Fischereiinspektorats des Kanton Bern erhielt Highland Fishing den Zuschlag ein Gewässer zu pachten. Wir streben an das Gewässer mit gezielten Massnahmen im Bereich Fischerei und Hege möglichst nachhaltig zu Bewirtschaften. Der Name und Standort des Gewässers wird absichtlich nicht veröffentlicht.

Ausgangslage

In Zeiten in denen die Bachforellenfänge in den kantonalen Patentgewässern stetig und drastisch am Zurückgehen sind, scheint die Bewirtschaftung eines Bachforellen-Gewässers schwierig.
Im gepachteten Gewässer sind jedoch einige wichtige Voraussetzungen vorhanden, dass unser Gewässer einen gesunden Bestand an Bachforellen beheimaten kann. Diese wären insbesondere:

 

  • Vorhandendene Laichmöglichkeiten
  • Geringer Einfluss von Zivilisations-Chemikalien/Pestiziden , da das Gewässer im dünn besiedelten, alpinen Raum entspringt.
  • Natürlicher Gewässerlauf mit genügend Versteckmöglichkeiten. Dadurch auch geringerer Prädatorendruck und Rückzugsmöglichkeiten bei Extremereignissen (Hoch – Niedrigwasser)
  • Geringer Befischungsdruck im Vergleich mit Patentgewässern

Vorgehen

Folgende Rahmenbedingungen für die Fischerei wurden gemeinsam definiert:

Selektive Entnahme
 Wir behalten uns vor, wichtige Laichtiere beim Fang wieder ins Gewässer zurückzusetzen. Das vom Kanton vorgeschriebene Mindestmass von 22cm und die Vollzugshilfe des Tierschutzgesetzes müssen jedoch in jedem Fall eingehalten werden.

Jahresentnahme
 Aufgrund der Grösse und der Anzahl Pächter haben wir uns entschieden die Jahresentnahme von Bachforellen auf freiwilliger Basis auf max. 4 Stück pro Tag und auf 16 Stück pro Jahr zu begrenzen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sehen eine maximale Entnahme von 6 Bachforellen pro Tag und eine Jahresfangzahl von 50 Bachforellen vor.

Angeltechniken
 Wir befischen das Gewässer grundsätzlich mit Kunstködern respektive Kunstfliegen und achten darauf das die verwendeten Köder möglichst fischschonend sind. Das Verwenden von Widerhaken ist nicht gestattet.

Fangstatistik Damit eine solide Datengrundlage aufgebaut werden kann wird von den Pächtern eine detaillierte Fangstatistik geführt. Folgende Punkte werden bei jedem Fischgang dokumentiert: Zeit, Angeltechnik, Gewässerabschnitt, Fang «Release», Fang «Entnahme». Dies bedeutet, dass jeder gefangene Fisch, egal welcher Grösse mitsamt Fangort erfasst wird.

Saison Aufgrund der Beobachtungen der stattfindenden Naturverlaichung und dem Wissen um die Sensibilität des Bachforellennachwuchses haben wir entschieden das Gewässer jeweils erst ab Mitte April zu befischen.

 

Erkenntnisse

Fangstatistik Siehe unten

Naturverlaichung/Pflichtbesatz Es konnten bereits vor dem ersten Pflichtbesatz Forellenbrut im Gewässer beobachtet werden. Diese können somit nur aus Naturverlaichung stammen. Im Herbst konnten auf diversen Gewässerabschnitten Laichgruben dokumentiert werden. (Bilde siehe unten) In Absprache mit dem zuständigen Fischereiaufseher wird ab dem zweiten Pachtjahr auf den Pflichtbesatz im Frühling verzichtet. Wir streben an, die Naturverlaichung so besser zu dokumentieren und deren Erfolg zu messen.

Bestandeskontrolle Mit einer gezielten Bestandskontrolle wollen wir Datengrundlage weiter ausbauen, um die Abhängigkeiten und Zusammenhänge im Gewässer besser zu verstehen und entsprechende Lösungsansätze für eine optimale Bewirtschaftung zu erschaffen. Hierzu werden drei Gewässerabschnitte definiert, welche elektrisch befischt werden. Die Fische werden dem Gewässer nicht entnommen, sondern nach einer gängigen Methode gezählt. Die Kontrolle wird alljährlich zum gleichen Zeitpunkt, an den gleichen Strecken nach dem gleichen Muster durchgeführt.

Wetterextreme Leider war es aufgrund längerer Trockenheit bereits zweimal notwendig ein Teilstück des Gewässers abzufischen und die Fische umzusiedeln. Auf Bewirtschaftungs- und Lebensraumverbesserungsmassnahmen wird in diesem Teil zukünftig verzichtet. Mitte 2019 gab es im Einzugsgebiet des Bachs zu einem heftigen Unwetter welches den Wasserstand des Pachtgewässers rasant ansteigen liess. Nebst der grossen Wassermenge entwickelte sich eine erhebliche Geschiebedynamik, welche bestehende Gumpen und Schwellen füllten oder mitrissen. Wie sich diese Extremereignisse auf den Bestand auswirkten ist schwierig zu beurteilen.

WIR FISCHER VOM BERNER OBERLAND

Erfahrene Fischer und langjährige Freunde von Highland Fishing ziehen ihre persönliche Fischbilanz. In einer 12-Teiligen Serie über 12 Monate sind interessante Gedanken entstanden. Sie regen zum Nachdenken und Weitermachen an.

Wie sieht es konkret bei uns in der Region aus? War früher alles besser? Oder war es einfach anders? Als naturverbundene Menschen im Berner Oberland, dem Ursprungs- und Quellgebiet einer Grosszahl wichtiger Gewässer, sind wir verpflichtet zusammenzurücken, und uns Gedanken dazu zu machen und Lösungsansätze zu diskutieren damit Lösungen gefunden werden können. Doch können wir einfachen Fischer vom Lande überhaupt etwas beeinflussen?

Matthias Meyer, Innertkirchen

Durch den politischen Rahmen in der Schweiz waren die Chancen für Lebensraumverbesserungen an unseren Gewässern noch nie so realistisch wie heute.

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Benjamin Gugger, Faulensee

Der Lebensraum Wasser steht zunehmend im Fokus. Die Fischer dürfen sich davon nicht verstecken, sondern müssen sich an den Gesprächen beteiligen.

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Beat Berger, Thierachern

Zwingend ist die Einbindung ALLER Sportfischer in die „Aufzucht“ resp Hege der Fische und Gewässer analog der Aufgabe eines jeden Jägers.

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Peter Zahnd, Gwatt

Meiner Meinung nach müssen wir uns besser organisieren. Gegen viele Organisationen haben wir Fischer kaum eine Chance.

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Peter Fiechter, Därligen

Die Bedeutung des Fischens hat sich von „Nahrungs-beschaffung“ hin zu gemütlichem “in der Natur sein“ verändert.

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Hans Thönen, Huttwil

Der Schwerpunkt muss in den Bemühungen um Renaturierungen und Revitalisierungen von Gewässern gelegt werden.

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Jüre Knörr, Cortébert

Die Vereine und Verbände müssen so oft wie möglich versuchen Allianzen mit andern Naturschutzorganisationen zu bilden.

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Bruno Horisberger, Thun

Die Zeiten sind vorbei an den nur gezeigt wird, wie Fische gefangen werden, heute braucht es eine Ausbildung die aufzeigt, was unternommen werden muss, dass man auch in Zukunft noch gesunde Fische und Kleinlebewesen in den Gewässern antrifft.

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Beat Bührer, Sigriswil

Fischen bedeutet für mich abschalten, Reset und Entspannung. Beim Fischen kann ich meine Batterien wieder aufladen und mein Kollegenkreis besteht (fast) ausschliesslich aus Fischern.

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Daniel Dänzer, Erlenbach

Der Fischbestand ist gegenüber früher deutlich zurückgegangen. Grund dafür ist sicher die bereits erwähnte Nahrungsarmut durch zu sauberes Wasser.

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Toni Brunner, Bönigen

Wir müssen vermehrt die Pestizidbelastung bekämpfen. Weiter sind endlich die Behörden / Politik gefordert, gegen Fischfressende Vögel rigorose Massnahmen zu ergreifen.

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Jürg Ludwig, Hünibach

Ich beobachte die Aktivität der Wasserbewohner und picke mir die Rosinen heraus.

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