Die Trüsche ist ein Fisch der klaren, kalten Bäche, Flüsse und Seen. Sie wird wohl deshalb weniger befischt, weil sie sich tagsüber meist versteckt und nur nachts aktiv auf Nahrungssuche geht. Werden ihr die Köder direkt ins Versteck oder in dessen unmittelbarster Nähe angeboten, ist sie auch bei Tageslicht zu erbeuten. Die grosse Anzahl Trüschen im Thuner- und Brienzersee ist kein Geheimnis. Es ist gegeben, die Trüschenbestände in unseren Gewässern etwas kurz zu halten und einem Überhandnehmen der Laichräuber durch vermehrte Fänge vorzubeugen. Das Nachstellen des Dorschartigen Fisches kann enorm spannend sein – zudem ist die Trüsche ein guter Speisefisch und ihre Leber galt schon vor vielen Jahren als Delikatesse.

Die Trüschen ernähren sich hauptsächlich von Fischen, Fischlaich und Brütlingen, aber auch von verschiedenen Wasserlebewesen. Wir begegnen ihnen sowohl in Bächen, wie auch in Flüssen und Seen. Sie ist häufiger verbreitet als man annimmt. Wer einmal bei einem Abfischen im Bach dabei war, der ist bestimmt der einen oder anderen Trüsche begegnet. Auch die gefangenen Hechte in den grossen Voralpenseen wie dem Thuner- oder Brienzersee haben regelmässig eine oder mehrere Trüschen im Magen. Und Sporttaucher berichten immer wieder von gesichteten Exemplaren in grossen Mengen. Diese Aspekte deuten klar auf einen gut- bis sehr guten Bestand der Trüschen hin. In den Forellen- und Äschenregion sind die Trüschen besonders als Laich- und Bruträuber bekannt. Und wenn im Spätherbst die Felchen laichen, begeben sich die Trüschen auf deren Laichplätze und fressen sich an den zu Boden sinkenden Felcheneiern voll. Sie stellen auch dem Seesaiblingslaich nach. Aus diesem Grunde kann man mit gutem Gewissen der eine oder andere Angriff auf diese eher unbekannte Fischart starten. Gerade in der kalten Jahreszeit stehen die Fangaussichten sehr gut.
Wenn nach Gewitterregen unsere Zuflüsse grössere Mengen Nahrung wie Würmer und Insekten in die Seen einschwemmen, sammeln sich die Trüschen mit Vorliebe in solchen Mündungsgebieten an und können hier vom verankerten Boot aus mit Würmern, toten Fischchen und anderen Naturködern oft in grosser Zahl erbeutet werden. Beliebte und erfolgsversprechende Fangplätze ist die Einmündung der Kander in den Thunersee, und im Brienzersee beim Einlauf der Hasliaare und der Lütschine. Wie andere Fische beissen die Trüschen nicht regelmässig. Manchmal mag der Föhn oder der Luftdruck ihre Beisslust herabsetzten – oder aber fördern. Gerade die Ungewissheit ist es, die auch dieses Fischen interessant macht und die uns veranlasst, immer neu zu beobachten und erst noch Geduld zu haben, wenn nicht sofort ein Fisch anbeisst.

     
 
 

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