Als Eingangstor in das Berner Oberland hat der Thunersee im Verkehr dieses Landesteils mit dem Unterland eine bedeutende Rolle gespielt. Aus diesem Grunde war früher wochentags der Thunersee viel stärker mit Schiffen aller Art belebt als heute. An Sams- und Sonntagen war der kommerzielle Schifffahrtsverkehr verboten. In den grösseren Dörfern fand man am Ufer jederzeit Schiffe mit Sonnen- und Regendeck und zwei bis drei Rudern. Mit einem kleinen Taler für jeden Schiffer konnten zwei bis vier Personen in einem Ruderboot auf den See hinausfahren. „Die Schiffe seien etwas klein“, sagten etwa Fremde. Sie stiegen nur mit Grausen ein. Mit drei Schiffsleuten fuhr man bei gutem Wind in drei Stunden von Thun nach Interlaken. Viele Jahre später, im Jahre 1835, hatte das erste Dampfschiff seine Jungfernfahrt – es war die „Bellevue“. Rund zehn Jahre nach dem ersten Dampfschiff der Schweiz hatte auch der Thunersee einen eigenen Dampfer. Eine Direktfahrt von oben bis unten dauerte ab sofort nur noch gut eine Stunde. Die Eröffnung der Bahnlinien Bern-Thun im Jahre 1859 brachte den Anschluss der Dampfschifffahrt auf dem Thunersee und somit ein wichtiger touristischen Zugang zum Berner Oberland. Wiederholt war die Erstellung eines Schifffahrtskanals zwischen dem Brienzer- und Thunersee Gegenstand eingehender Studien. Von vorherein standen sich da zwei Gruppen gegenüber. Der Kostenpunkt und der Umstand, dass bereits die Eisenbahn vorhanden war, bewirkten schlussendlich, dass die Ansicht überwog, auf den Kanal zu verzichten.
     
 
 

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