Köderwahl

Du erwartest eine Auflistung von Ködern…? Dann bist du bei uns an der falschen Adresse! Was wir dir vermitteln, sind Grundlagen, denn es macht keinen Sinn, einen bestimmten Köder zu nennen, da dieser zwangsweise variieren muss. Unseres Wissens nach, wurde der Köder, welcher bei jeder Gegebenheit und in jedem Gewässer etwas fängt, noch nicht erfunden, und das ist auch gut so! Von welchen Faktoren des Köders hängt es ab, ob damit ein Fisch gefangen wird oder nicht?

  • Grösse
  • Farbe
  • Modifizierung
  • Tempo
  • Gegebenheiten

Wir empfehlen die Fänge sowie auch erfolglose Fischertage statistisch zu erfassen. Denn nur durch die gezielte Analyse dieser Daten wirst du dich verbessern können. Sonst beruht deine Fischerei weiterhin auf Zufall. Mit diesem System wirst auch du mit Bestimmtheit den einen oder anderen Köder finden.

Grösse

Welcher Köder steht gerade auf der Speisekarte der Forelle? Raubfische passen ihr Fressverhalten der aktuellen Futterfischgrösse an. Ausserdem dienen je nach Jahreszeit unterschiedliche Fischschwärme als Hauptnahrungsquelle. Vom Egli bis zum Saibling wird alles verzehrt. Im Frühling eher etwas kleinere und gegen den Sommer grosse Beutefische. Nach unserer Erfahrung unterscheiden sich Forellen grob gesagt in Typen von Jagdgebieten: Forellen, die mehrheitlich an der Oberfläche jagen und somit häufig die Wasserschichten wechseln sowie Forellen – die mehrheitlich grossen Brummer -, welche die Saiblingsschwärme als Futterquelle nutzen und im tiefen Wasser bleiben. Angewendet auf die Köderwahl bedeutet dies, dass bis zu den ersten gefangenen Forellen verschiedene Grössen verwendet werden sollten. Die Grösse wird nun eine Periode lang erfolgreich sein. Bei nachlassender Fangzahl empfiehlt es sich, immer wieder einmal mit der Grösse zu variieren.Bedenke ausserdem, dass in der Tiefe am wichtigsten ist, dass dein Köder überhaupt bemerkt wird. Es lohnt sich daher, den Köder etwas grösser zu wählen. Somit wird er vermehrt über das Seitenlinienorgan der Forellen wahrgenommen.

Farbe

Die Farbwahl des Köders ist dem Lichteinfall, der gefischten Tiefe und der Jahreszeit anzupassen. Dies kann nur mit viel Erfahrung im entsprechenden Gewässer und mit Fingerspitzengefühl optimiert werden. Es sollten jedoch immer mindestens zwei Farbdekor verwendet werden. Dazu ein paar kleine Tipps:

 

  • Fangen kann jede Farbe (wirklich jede)!
  • Ein Fisch muss nicht zwingend hungrig sein, er kann auch durch eine auffällige Farbe provoziert werden. In der Dunkelheit der Tiefe wirkt eine Farbe komplett anders als an der Oberfläche.
  • Bedenke ausserdem, dass der Fisch den Köder aus einem anderen Winkel sieht – meist beobachtet er ihn von schräg hinten.
  • Viele im Handel erhältliche Köder wirken mit ihrem Farbmuster aus dieser Ansicht nur noch blass und unauffällig.
  • Beweise Mut indem du etwas Ausgefallenes und Selbstkreiertes verwendest!
Modifizierung

Wie kann ich den 08/15 Köder umgestalten…? Viele der heute erhältlichen Köder laufen schon fast zu perfekt im Wasser. Wird ein Köder vielleicht erst durch manuelle Veränderung richtig erfolgreich? Oft ist es nämlich so, dass der älteste, am meisten zerbissene Köder immer noch die meisten Fische fängt. Schon durch minimales Anschleifen der Tauchschaufel oder durch die Verwendung unterschiedlicher Karabiner kann das Verhalten eines Wobblers massiv verändert werden. Beim Löffel hilft es, die maschinelle Biegung etwas abzuändern. Sein Laufverhalten, wie auch jenes einer Perlmutterspange, kann ausserdem durch den Wechsel eines Hakens oder durch das Anbringen bzw. Wegnehmen zusätzlicher Springringe stark beeinflusst werden. An dieser Stelle ein generell wichtiger Tipp: Es empfiehlt sich fast immer, die mit dem Köder gekauften Haken mit wirklich scharfen und stabilen Haken zu ersetzen. Denn viele Hersteller verwenden aus Kostengründen nicht zwingend die besten Haken. Schliesslich liegt der Unterschied bekanntlich im Detail, und es ist äusserst ärgerlich, wenn ein gehakter Silbertorpeedo den Haken aufbiegt oder einfach zerbricht.

Tempo

Ein Köder fängt nur ab und zu etwas – wieso? Festzuhalten gilt es, dass viele Köder aus dem Fachmarkt zu perfekte und symmetrische Laufeigenschaften aufweisen. Die meisten Köder spielen in einem für sie optimalen Geschwindigkeitsbereich. Diesen gilt es herauszufinden. Bei einer Perlmutterspange ist es verbreitet, dass notiert wird, bei welcher Geschwindigkeit sie am besten läuft. Dasselbe muss auch auf einen Löffel oder Wobbler adaptiert werden. Wir haben bereits das Phänomen erlebt, dass der scheinbar am wenigsten geeignete Köder die meisten Fische fängt. Nütze doch diesen Gedanke und modifiziere die gekaufte Ware etwas um. Ausserdem solltest du ab und zu eine Unregelmässigkeit in deiner Fahrt bringen oder einen Rupf in deinen Zügeln verursachen. Durch das abnormale Verhalten kann der eine oder andere Nachläufer zum definitiven zubeissenverführt werden. Bemerkst du nun einen Biss, Fehlbiss oder einen Nachläufer an deinem Köder, notierst du das genaue Tempo. Dieses kannst du mit einem GPS oder mit einer der zahlreichen Smartphone Apps einfach und genau messen. Um das Tempo erneut auf 0.1 km/h genau einzustellen, empfiehlt sich ein Potentiometer zur Motorensteuerung. So wirst du nach einer Weile garantiert einige Köder haben, welche im gleichen Bereich funktionieren.

Gegebenheiten

Was hat alles Einfluss auf das Fressverhalten der Raubfische? Folgendes ist nicht bewiesen – wir erzählen einmal mehr aus unserer Erfahrung. Grob gesagt, sind es viele Faktoren: die Wassertemperatur, der Luftdruck, die Mondphase, die Lichtintensität, die Wetterbedingungen wie Wind, Regen oder Schnee und noch vieles mehr. Forellen wechseln während eines Tages oftmals die Wasserschicht und meiden den Sonnenbrand sowie warmes Wasser. Daher ist es sinnvoller, an einem schönen Sommertag eher die Tiefe zu befischen. Bei Wellenschlag oder bei Flussmündungen nutzt die Forelle dagegen gekonnt unruhiges und dunkles Wasser aus, um aus den vorhandenen Turbulenzen anzugreifen. Dabei betäuben mehrheitlich die grossen Forellen ihre Beute mit einem Schwanzschlag oder einem Testbiss, um möglichst viel Beute aus einem Schwarm zu schlagen. Kurz danach sammeln sie die verletzten Fische ein. Dieses Verhalten kann an einem Ruck in der Hundschnur oder in der Rute erkannt werden